Königinnen auf Rollen: Die Dörper Cats vollenden ihre magische Traumsaison
Eine magische Saison findet ihren perfekten Abschluss: Die Dörper Cats des RSC Cronenberg haben sich den Meistertitel gesichert! Nach dem umkämpften 1:0-Auswärtssieg in der Vorwoche reichte den Dörper Cats vor mehr als 400 enthusiastischen Zuschauern in der heimischen Alfred-Henckels-Halle ein 2:0 (0:0) im zweiten Play-off-Finale gegen die IGR Remscheid, um die Best-of-Three-Serie vorzeitig zu entscheiden.
Mit diesem Triumph krönt das Team von Trainerin Maren Wichardt eine schier unglaubliche Spielzeit. Als amtierender Pokalsieger, Teilnehmer am Eurocup-Final-Four und nun frischgebackener Deutscher Meister haben die Spielerinnen eindrucksvoll Geschichte geschrieben. Bis die Sektkorken am Samstagabend jedoch knallen durften, war es ein hartes Stück Arbeit.
Das Nervenkostüm der Fans wurde über weite Strecken extrem strapaziert, denn wie schon in der ersten Begegnung haperte es beim RSC erheblich an der Chancenverwertung. Von Beginn an bestimmten die Gastgeberinnen das Geschehen auf dem Parkett, doch der Ball wollte einfach nicht über die Linie. Selbst in zwei Überzahlphasen im ersten Durchgang – nach Blauen Karten gegen Remscheid – fanden die Cats kein Vorbeikommen an der überragend parierenden IGR-Torfrau Annabell Pillenkamp.
Auf der Gegenseite war auf Torhüterin Lara Immer absolut Verlass. Sie wurde zwar seltener geprüft als ihre Remscheider Kontrahentin, bewies bei den brandgefährlichen Gegenstößen der Gäste aber stets herausragende Reflexe und hielt die Null fest.
Auch nach dem Seitenwechsel schien das Tor der Gäste wie vernagelt. Ein zugesprochener Penalty bot direkt die große Chance zur Führung, doch Yolanda Kahmann fand ihre Meisterin abermals in Annabell Pillenkamp. Die IGR versuchte durch gezielte Auszeiten immer wieder, den Rhythmus und den immensen Angriffsdruck des RSC zu brechen. Das Spiel entwickelte sich zunehmend zu einem echten Krimi. Während Carlota Molet Sabater auf Cronenberger Seite aus bester Position scheiterte, musste sich Lara Immer bei einem weiteren Remscheider Konter ganz lang machen, um den Rückstand in extremis abzuwenden.
Elf Minuten vor dem Ende nahm dann auch RSC-Trainerin Maren Wichardt ein Timeout, um ihr Team für die entscheidende „Crunchtime“ zu fokussieren. Als Remscheid in der 43. Minute durch eine erneute Blaue Karte dezimiert wurde, hielten die Zuschauer wenig später den Atem an: Bei einem Konter lief Anna Behrend plötzlich frei auf das Cronenberger Tor zu, doch Lara Immer hielt ihren Kasten sensationell sauber.
Der Bann brach exakt in dem Moment, als Remscheid gerade wieder vollzählig war: In der 46. Minute fand Yolanda Kahmann endlich die Lücke und versenkte die Kugel unhaltbar im langen Eck zur hochverdienten 1:0-Führung.
Die Gäste mussten nun alles riskieren: 40 Sekunden vor der Sirene nahm die IGR ihre Torhüterin für eine fünfte Feldspielerin vom Feld. Zwar traf Carlota Molet beim Versuch auf das verwaiste Tor zunächst nur den Pfosten, doch praktisch mit der Schlusssirene (50. Minute) erlöste Yolanda Kahmann mit ihrem zweiten Treffer zum 2:0-Endstand das gesamte Team und die Halle.
Mit dem Abpfiff brachen alle Dämme: Die Spielerinnen lagen sich weinend vor Glück in den Armen mit Sektduschen auf dem Spielfeld.
Für den RSC spielten: Annika Gouder de Beauregard, Lara Immer – Mia Bücheler, Alida Grusenick, Yolanda Kahmann (2), Leonie Lütters, Carlota Molet Sabater, Paula Rapp, Lea Seidler, Miriam Sophie Simon.
Im Finale nicht auf dem Feld: Pia Bremer, Nina Neck, Julia Pfaffendorf und Arven Schwerin.
