JugendJunglöwen

Junglöwen trotzen allen Widrigkeiten

Der zweite Spieltag der Junioren führte die beiden Mannschaften des RSC Cronenberg nach Krefeld-Hüls. Die ungeliebte Halle mit ihrem wenig griffigen Boden sorgte dabei erneut für Diskussionen, doch am Ende waren es nicht die Bedingungen, sondern die Leistungen auf dem Feld, die über Sieg und Niederlage entschieden. Stoff für den Spielbericht gab es reichlich: Drei A-Jugendliche im Einsatz, eine Fünftklässlerin auf der Bank als Betreuerin und ein Last-Minute-Sieg nach zwischenzeitlicher Torhüter-Notlage.

Bereits die Tatsache, dass der RSC mit zwei Mannschaften antreten konnte, war keine Selbstverständlichkeit. Mit Paul Heinrich, Felix Anton und Emil Beckmann unterstützten wieder drei Spieler aus der A-Jugend die Juniorenteams. Ohne diese Unterstützung wäre die Teilnahme mit zwei Mannschaften kaum möglich gewesen.

Hülser SV Krefeld – RSC Cronenberg I 6:3

Der Start in den Spieltag verlief für den RSC Cronenberg I alles andere als optimal. Gegen Gastgeber Hülser SV Krefeld wirkte die Mannschaft zunächst nicht wach und fand nur schwer ins Spiel. Hinzu kam die bekannte Herausforderung des Krefelder Hallenbodens, mit dem die Cronenberger traditionell ihre Probleme haben. Allerdings müssen alle Mannschaften mit denselben Bedingungen zurechtkommen.

Krefeld nutzte die Anfangsphase konsequent und ging mit 2:0 in Führung. Der RSC zeigte jedoch Moral, kämpfte sich zurück und ging nach drei Treffern in Folge sogar mit 3:2 in Führung. Besonders der dritte Cronenberger Treffer ließ die Hoffnung aufkeimen, die Partie endgültig auf die eigene Seite ziehen zu können.

Doch genau in dieser Phase zeigte sich das größte Problem des Spiels. Statt als geschlossene Mannschaft aufzutreten, verloren sich die Cronenberger immer wieder in Einzelaktionen. Zahlreiche Angriffe endeten bei der starken Krefelder Torhüterin Lena Küsterameling, die ihrer Mannschaft mit einer hervorragenden Leistung den Rücken freihielt. So fand Krefeld zurück in die Begegnung, übernahm wieder die Kontrolle und gewann am Ende mit 6:3.

So ärgerlich die Niederlage war: Der RSC musste sich eingestehen, dass er seinen Anteil am Ergebnis hatte.

RSC Cronenberg I – RSC Cronenberg II 4:3

Das vereinsinterne Duell stand unter besonderen Vorzeichen. Die Ansage von Trainer Jordi Molet war eindeutig: „Spielt nicht so hart.“ Trotz aller sportlichen Bedeutung sollte niemand unnötige Risiken eingehen oder verletzt werden.

Wie so oft kam es anders als geplant. Bereits beim Einspielen wurde Torwart Paul Heinrich am Knie getroffen und ging nun leicht angeschlagen in die Partie. Mit Eisbeutel und Eisspray wurde das Knie versorgt, sodass er sich durch das Spiel kämpfen konnte. Ein wichtiger Einsatz, denn die Torhütersituation war an diesem Spieltag ohnehin angespannt. Erfreulicherweise stellte sich die Verletzung als nicht schwer heraus. Bereits am Montag stand Paul wieder mit der A-Jugend auf dem Trainingsfeld.

Auch neben dem Spielfeld warteten Herausforderungen. Trainer Jordi Molet und Betreuer Timo Schönfeld konnten naturgemäß nicht zwei Mannschaften gleichzeitig betreuen. Mit Carsten Tripp hatte der RSC bereits im Vorfeld einen Trainer für RSC II gefunden. Für die schönste Geschichte des Tages sorgte jedoch Mariona Molet Sabater. Die Fünftklässlerin unterstützte Carsten auf der Bank und dürfte damit eine der jüngsten „offiziellen“ Betreuerinnen in der Vereinsgeschichte gewesen sein. Mit großem Engagement meisterte sie ihre Aufgabe und wurde schnell zu einem wichtigen Teil des Teams.

Auf dem Feld entwickelte sich ein faires und umkämpftes Duell, das RSC I letztlich knapp mit 4:3 für sich entschied.

RSC Cronenberg II – RSC Gera 6:5

Das letzte Spiel des Tages entwickelte sich schließlich zum echten Krimi, wenn auch ungewollt

Die Junglöwen des RSC II lieferten sich mit Gera eine hart umkämpfte Partie und lagen bis in die Schlussphase auf Kurs. Doch rund sieben Minuten vor dem Ende wurde es plötzlich hektisch. Torwart Samuel Mesmer sah die blaue Karte und musste für zwei Minuten vom Feld.

Da kein Ersatztorhüter zur Verfügung stand, brach auf der Cronenberger Bank geschäftiges Treiben aus. Pia Bremer erklärte sich sofort bereit, einzuspringen, und wurde in kürzester Zeit in die Torhüterausrüstung geholfen. Der fällige Penalty nach der blauen Karte landete zwar im Tor, doch Pia hielt unter schwierigen Bedingungen dagegen und versuchte, den Vorsprung zu verteidigen. Gera nutzte aber die entstandene Unruhe, kam zurück ins Spiel und erzielte nach Samuels Rückkehr ins Tor sogar noch den Ausgleich.

Die Cronenberger ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken. Sie spielten konzentriert weiter und wurden kurz vor Schluss belohnt. Albert Grusenick erzielte den umjubelten Siegtreffer zum 6:5 und sorgte damit für einen perfekten Abschluss eines turbulenten Spieltags.

Fazit

Besonders erfreulich war erneut der Einsatz der A-Jugendlichen, die wesentlich dazu beitrugen, dass der RSC mit zwei Mannschaften antreten konnte. Zusammen mit der Unterstützung vieler Beteiligter rund um die Teams zeigte der Spieltag einmal mehr, wie wichtig Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung im Verein sind.

So standen am Ende zwei Siege aus drei Spielen und ein ereignisreicher Spieltag für die Cronenberger Junioren.

RSC Cronenberg I: Paul Heinrich (Tor), Luis Da Silva, Oliver Nicke, Phil Capozzoli, Miriam Sophie Simon, Moritz Glosemeier

RSC Cronenberg II: Samuel Mesmer (Tor), Pia Bremer, Leo Böcker, Albert Grusenick, Suzanne van Pruissen, Emil Beckmann, Felix Anton

Text: Timo Schönfeld